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Spätestens seit seinem 2001 zum ersten Mal erschienenen Buch “Gebären ohne Aberglauben – Fibel und Plädoyer für die
Hebammenkunst”
(Facultas Universitätsverlag, Wien) ist Prof. Alfred Rockenschaub all denjenigen ein Begriff, die sich kritisch mit der Entwicklung der Geburtshilfe und der Hebammenarbeit zu einer technisierten, angeblich optimierten und Sicherheit vorgaukelnden Dienstleistung beschäftigen. Das Buch gibt einen einzigartigen Überblick über die Geburtshilfe, den Organismus des Menschen und die Schwangerschaft und zeigt auf, dass die Hebamme Spezialistin ist für die physiologische Geburtshilfe und die Gesundheit von Mutter und Kind.
Alfred Rockenschaub wurde 1920 in Linz geboren. Nach dem Medizinstudium in Berlin, Erlangen, Innsbruck und Wien arbeitete er zunächst als Chirurg
in Salzburg und ging dann nach Wien in die 1. Universitätsfrauenklinik. Dort arbeitete er in der Pathologie, der Pharmakologie und schließlich in der Endokrinologie. 1953 wurde er
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, wo er sich im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit mit dem Thema Schwangerschaftssabbruch beschäftigte und für einige Schlagzeilen sorgte, als er den Entwurf für ein
neues Strafgesetz, das eine Indikationenlösung enthalten sollte, für unmöglich erklärte und so in die Diskussion um eine Fristenlösung “hineinkatapultiert” wurde. Seit 1961 ist er Dozent für Geburtshilfe/
Gynäkologie an der Universität und seit 1965 Lehrer an der Hebammenlehranstalt in Wien.Im April 1965 übernahm Rockenschaub als ärztlicher Leiter die damals größte geburtshilfliche Abteilung in Wien – die
Semmelweis-Klinik. Unter seiner Leitung galt dort die Regel: Ärzte werden nur zu einer Geburt hinzugezogen, wenn die Hebamme Hilfe benötigt. 1976 führte er das Rooming-In ein
, 1984 begann er mit der ambulanten Geburt. Er wollte die Hausgeburt in Wien auf breiter Ebene etablieren – mit einem Gynäkologenteam, das ständig zum Ausfahren bereit sein sollte, doch dafür blieb nicht genug Zeit
bis zu seiner Pensionierung 1985. Vom BzgA-Forum in einem Interview im Februar 2005 gefragt, wie er in seiner Klinik die Kaiserschnittrate auf 1%
senken konnte und wann er eine Sectio für nötig hält, antwortete Rockenschaub: “Am Anfang war die Erkenntnis, dass 90% der wissenschaftlichen Publikationen der Geburts- und Perinatalmedizin nicht haltbar und
nötigenfalls ohne Schwierigkeiten zu widerlegen sind. Wir hielten uns daher vornehmlich an drei Grundsätze: 1. Die Geburt auf dem natürlichen Weg ist für die Mutter wesentlich gefährlich als als eine
Kaiserschnittentbindung. 2. Die Kaiserschnittentbindung ist für das Kind hinsichtlich der Entwicklung seines Abwehr- und Anpassungssystems ein Handicap, eventuell sogar ein lebenslanges.
3. Keine der kindlichen Anzeigen modernen Stils zum Kaiserschnitt gehen über fiktionale Annahmen hinaus.” Über die Folgen dieser “schonenden Geburtsmethode” (soft sectio) sagte er unter anderem: “Es ist
bemerkenswert, dass die bei den Kindern in einem auffallenden Maß zunehmende Neigung zu Allergien, Diabetes und diversen anderen Anpassungsstörungen zeitlich mit der Zunahme der Frequenz der geburtsmedizinisch
manipulierten Geburten im Allgemeinen und der Kaiserschnittentbindungen im Besonderen zusammenfällt.” ... “Operiert man chirurgisch einwandfrei und durchtrennt die Gebärmutterwand bis zum Ansatz der Blutgefäße scharf,
..., resultiert ein Schnitt von höchstens 13 cm. Damit ergibt sich eine Öffnung mit einem Durchmesser von höchstens 8,5 cm, also um einen cm weniger als der im Durchschnitt kleinste Durchmesser des kindlichen Kopfes.
Die meisten Operateure machen aber nur einen Schnitt von 7 bis 8 cm und dehnen diesen mit den Fingern weiter aus, was natürlich nie 13 cm ergibt. Durch diesen Spalt wird nun der Kopf mehr oder weniger herausgehebelt.
Von schonend kann dabei wohl keine Rede sein.” Im HebammenInfo 6/2005 betonte er noch einmal seine Ansichten über die gegenwärtige Entwicklung: “An sich ist die moderne Geburtsmedizin weniger eine
Wissenschaft als eine lukrative medizinische Mode, deren Unkosten von den gesundheitspolitischen Instanzen subventioniert, deren Schimären von den Medien verbreitet und deren Delikte von der Juristerei flugs den
Hebammen zur Last gelegt werden.” ... und weiter: “So wäre es denkbar, zweckdienlich und vorteilhaft, die Geburtshilfe primär und autonom den Hebammen zu überantworten [...] So käme es [...] meiner Erfahrung
nach zu besseren Ergebnissen, geringeren Kosten und weniger überflüssigen Befunden.” Für die Hebammenschülerinnen in Deutschland wird Prof. Rockenschaub
zum Sommerfest nach Mainz kommen und zum krönenden Abschluss der Veranstaltung einen Vortrag halten mit dem Thema:DIE HEBAMME AM SCHEIDEWEG - Wege und Hindernisse der Emanzipation von der Kaiserschnitt Ges.m.b.H.
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